Seit meiner Kindheit bin ich von Musik fasziniert. Ich kann mich sehr gut an die erste Begegnung mit einer Gitarre erinnern. Mein Bruder spielte Gitarre und durch Zufall stand sie in meinem Zimmer. Neugierig, wie ich war, strich ich mit meinen Fingern über die Saiten. Der Klang der Gitarre hat mich bis heute umgehauen. Da war mich klar, dass ich das Instrument lernen wollte. Was ich bis heute mache und noch nie bereut habe Ein paar Bespiele meiner persönlichen Höhepunkte meiner musikalischen Laufbahn. Für mich ist das Endorsement mit Warwick/Framus ein Highlight und mein persönlicher Ritterschlag. (–> Fotos)
Ich habe als gut bezahlter Studiomusiker verschiedenste Musikrichtungen in einem echt gutem Studio eingespielt. Für meinen Unterricht habe ich 2 Bücher geschrieben. Die Workshops in Spanien waren ebenfalls ein Highlight und nicht zu vergessen: die Zeit in Kroatien. Über die Zeit habe ich mit vielen Musiker Songs in meinem Studio produziert. Ich könnte noch viel mehr erzählen. Musiker kommen an Orte, die normale Menschen nie sehen werden und erleben Geschichten. Irgendwann bin ich wieder nach Bochum gezogen. Durch die Pandemie hat sich bei mir vieles verändert….viele Möglichkeiten gibt es für mich nicht mehr. Ich bin bekanntermaßen kein Fan von dem Geschäftsmodell einer Tanzkapellen (ein schöner Ausdruck aus meiner Jugend für Coverbands o.ä.) und so bin ich immer auf der musikalischen Suche.
Welche Musiker und Bands haben dich beeinflusst?
An sich schallte in meiner Kindheit bei uns Zuhause immer WDR4 durch die Wohnung. In den 70igern kaum zu ertragen aber durch meinen älteren Bruder kam ich schnell in Kontakt mit hörbaren alternativen. Mein Weg war im Gegensatz zu meinem Bruder eher Richtung Rock. Es gab am Anfang 2 Gitarrenhelden für mich. Zum ersten war es Ted Nugent….eines Tages werde ich aus diesem Grund eine Byrdland in schwarz haben. Zum Anderen ist es Alvin Lee mit Ten Years After. Mein erstes Livekonzert, dass ich besuchen durfte. Bei einer Songansage: „Remember Woodstock!!“ habe ich bis heute Gänsehaut. Meine erste richtige Gitarre war aus dem Grund eine Halbresonanz-Gitarre. Leider kein Geld für eine Gibson, aber durch viel Glück eine wunderbare und unglaubliche Ibanez AM 60 ltd. Im Laufe der Zeit kamen noch Gitarristen wie Steve Vai, Zakk Wylde, Nuno, um nur ein paar zu nennen, dazu. Heutzutage beeinflussen mich ganz andere Sachen. Songwriting, Sound und Text sind mehr im Vordergrund als Gitarren.
In welchen Bands hast du gespielt?
Wie gesagt, bin ich in einem kleinen Dorf aufgewachsen. Trotz der guten Musikerszene war ich immer auf der Suche nach einer Band, die was erreichen wollte. Mein Ziel war immer mit einer guten Band auf der Bühne eigene Songs zu spielen. In meiner Jugend waren es Schülerbands mit spannendem Equipment. Mein erste Amp war ein Röhrenradio mit umgedrehtem Lautsprecher als Tonabnehmer. Das Schlagzeug bestand aus Plastikeimern und einer Metallkeksdose mit Sand gefüllt als Snare. Das erste Konzert war ein Desaster. Zum ersten mal eine E-Gitarre in der Hand und richtiges Schlagzeug mit Bassdrum….das war nicht schön. Ein solches Konzert wollte ich nie wieder erleben und habe ich auch nie wieder.
Ich habe teilweise auch in mehren Bands gleichzeitig gespielt. Manchmal in 3 Bands zu spielen war mit viel Logistik verbunden. Ich habe nie eine Probe verpasst oder habe eine abgesagt. Zu der Zeit gab es noch kein Handy oder brauchbares Internet. Ich habe mit den verschiedenen Bands viele Erfahrungen, positiv wie negativ, gesammelt und haben mich zu dem Musiker gemacht, der ich heute bin.
Du hast gerade gesagt, dass Du ein Endorser von Framus/Warwick bist. Wie ist es dazu gekommen? (Bildergallerie –>) Dazu muss ich die ganze Geschichte erzählen Ich hatte durch viele Zufälle eine Idee. Motorradclubs haben keine eigenen Hymnen. Dann machen ich mal welche. Gesagt getan…. Ich spielte in der Zeit in einer Bikerband und der Sänger hat mit mir ein paar passende Song in meinem kleinen Homestudio aufgenommen. Zu der Zeit hatte ich einen analoge 8-Spur-Recorder, nur so nebenbei. Mit dem Demo bin ich dann mutig und selbstbewusst zu einem bekannten MC gegangen. Durch einen Bekannten bekam ich einen Termin, um meine Idee vorzustellen. Und es hat funktioniert. Leider wollte der damalige Sänger nicht für diesen Club singen oder in Verbindung gebracht werden. Also neuen Sänger suchen, ab in ein geiles Studio und los gehts. Allein was in bei den ersten Aufnahmen erlebt habe…..lustig wie traurig. Trotzdem wurden die Song wirklich gut. Die Songs wurden auch vom Club für gut befunden. Die ersten Livekonzerte standen an. Dann, wie immer, Sänger bekommt kalte Füße, also musste ich die ersten Konzerte singen. Irgendwann habe ich dann eine passende Band zusammen und wir haben viel live gespielt. Der Ball kam ins rollen und ich habe mich bei Firmen als Endorser beworben. Warwick hatte sofort Interesse an mir als Musiker. Unglaublich, was das erste Treffen mit mir angestellt hat.
Du warst in der Corona-Pandemie lange Zeit in Kroatien. Was hast Du dort gemacht? (–> Videos)
Danke für die Frage. Ich habe in meiner Laufbahn u.a. auch Workshops in Spanien gegeben. Auch eine lange Geschichte, aber ich fasse mich kurz. Durch die dort entstandenen Kontakte bekam ich die Chance in einem edlem Hotel jeden Abend über Monate in Kroatien zu spielen. Nur ich alleine, mit meiner Gitarre und einem Lopper, jeden Abend 4 Stunden, ohne Gesang….da war ich schon skeptisch. Mein Freund Klaus, der das organisiert hat, sagte: die können froh sein, dich zu hören. Also allen Mut zusammen genommen und mit einem Freund nach Kroatien gefahren. One Way Ticket. Was ich dann erlebt habe war der Hammer. Jeden Abend war es voll, Leute haben auf der Straße zu meiner Musik getanzt, Polizisten saßen Headbangend in ihrem Auto und haben mit ihrem Blaulicht eine geile Lichtshow gemacht. Kroaten haben sich jeden Abend getroffen um mir zu zuhören, kein Musiker hat so viel Trinkgeld bekommen wie ich und ich habe noch nie so geil Gitarre gespielt. Selten war ich so stolz auf mich. Ich war ein anderer Mensch. Leider wird das wohl nie wieder so passieren und, dass aus so vielen Gründen. Ich bin so glücklich, dass ich es gewagt habe und jederzeit wieder.
In deiner Vita kann man lesen, dass Du Tontechnik erfolgreich studiert hast. Vielleicht kannst Du ein bisschen über das Studium erzählen.
Danke, dass Du fragst. Ja, ich habe bei der Hofa erfolgreich das Studium abgeschlossen. Tontechnik hat mich immer interessiert. Angefangen bin ich mit 2 Kassettenrekordern, einem DJ-Mischpult und einer geliehenen Drummaschine. Gitarrensound kam aus meinem Lautsprecherausgang meines Gitarrenverstärker. Irgendwann hatte ich einen 4-Spur-Rekorder und die Aufnahmen wurden, wie die Songs, immer besser. Dann eine 8-Spur und damit habe ich das Demo für den MC aufgenommen. Ich wollte schon immer wissen, wie man vernünftig aufnimmt, mischt und mastert. Die Hofa bietet ein Studium an, bei dem man mit dem eigenem Equipment lernt einen professionellen Sound zu produzieren. Ich habe durch das Studium gelernt, dass ich Musik mit Abstand höre und beurteile. Dadurch kann ich auch eigene Songs besser mischen und mastern. Das Verständnis hilft mir, dass auch unser Live Sound sehr gut ist. Ich kann jedem Musiker raten, sich ernsthaft mit Tontechnik auseinander zusetzten. Sei es um sich weiterzubilden und/oder Missverständnisse zwischen Musikern und Tontechniker zu beheben.